Geschäftsordnung

Präambel 

In unserer Gesellschaft sind alle materiellen und immateriellen Ressourcen für ein gelingendes Leben ohne Armut grundsätzlich vorhanden. Allerdings sind sie weder gerecht verteilt noch für alle gleichermaßen verfügbar. Unter Armut verstehen wir die Kumulation von Unterversorgungslagen und sozialen Benachteiligungen. Armut und soziale Ausgrenzung sind nicht allein über objektivierbare Daten zu erfassen, sondern werden auch von subjektivem Erleben bestimmt.

 

Armut in Deutschland ist relativ zu betrachten und dem Lebensstandard der Gesamtbevölkerung gegenüberzustellen. Einkommensarmut (lt. EU-Vereinbarung weniger als 60 % des regionalen oder nationalen Durchschnittseinkommens) ist dabei als Schlüsselmerkmal von Armut zu verstehen, da sie auf alle anderen Lebensbereiche des Menschen Einfluss hat. Armut ist durch die massive Einschränkung von Handlungsspielräumen, Partizipationsmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven gekennzeichnet, sodass ein Leben in Menschenwürde gefährdet oder sogar unmöglich gemacht wird.


Die Landesarmutskonferenz Berlin setzt sich für die Überwindung von Armut und sozialer Ausgrenzung ein. Das erfordert eine qualifizierte öffentliche Auseinandersetzung und die verstärkte Verantwortungsübernahme durch die Zivilgesellschaft, durch Verwaltungen und politische Mandatstragende. Dazu bedarf es einer Zusammenführung aller Akteure im Land Berlin, die sich diesem Ziel verpflichtet fühlen.

Geschäftsordnung

1.

Die Landesarmutskonferenz Berlin ist ein Netzwerk von Nicht- Regierungsorganisationen, die mit ihrer fachlichen und politischen Arbeit dazu beitragen, auf die verschiedenen Formen von Armut hinzuweisen, Armut vorzubeugen und Armut zu überwinden.

2.

Die Landesarmutskonferenz dient der Vernetzung sozial verantwortlicher Kräfte in Berlin und stellt sich folgenden Aufgaben: 

  • Benennung von Armutsindikatoren und Erscheinungsformen 
  • Analyse und Beratung über die Entwicklung von Armut und Armutsvermeidung in Berlin 
  • Bekämpfung der Ursachen von Armut 
  • Förderung gemeinsamer Aktivitäten der beteiligten Verbände und Initiativen zur 
  • Vermeidung von Armut und ihrer Folgeerscheinungen 
  • Formulierung gemeinsamer Stellungnahmen und Durchführung öffentlichkeits-wirksamer 
  • Aktionen sowie kritische fachliche Begleitung der Sozialplanung im Land Berlin 
  • Kooperation mit der „Nationalen Armutskonferenz für die Bundesrepublik Deutschland“ und den Landesarmutskonferenzen in Deutschland 
  • Förderung des Dialogs zwischen von Armut betroffenen Menschen, gesellschaftlichen Gruppen, Politik und Verwaltung 

 

3.

Die Landesarmutskonferenz tagt mindestens einmal im Jahr im Rahmen einer 

Mitgliederversammlung. Sie bildet Fachgruppen und bei Bedarf weitere Arbeitsgruppen, organisiert Fachtagungen, Expertenanhörungen und Kampagnen 

 

4.

Die Konferenz setzt sich zusammen aus Mitgliedern, Fördermitgliedern und Gästen. 

 

4.1

Unvereinbar mit der Mitwirkung in der Landesarmutskonferenz Berlin Berlin ist das Vertreten diskriminierender, undemokratischer oder verfassungsfeindlicher Positionen oder die Mitgliedschaft in einer diskriminierenden, undemokratischen oder verfassungsfeindlichen Vereinigung.

 

4.2

Mitglieder können Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, Hochschulen, Gewerkschaften, Kirchen, Verbände und ihre Untergliederungen sowie sozial aktive Organisationen in Berlin sein.

 

4.3

Die Mitgliedschaft wird begründet durch schriftliche Erklärung gegenüber der Mitgliederversammlung und einem entsprechenden Beschluss des  SprecherInnenrates.

 

4.4

Jedes Mitglied hat eine Stimme. Um den Konsens zu fördern, aber zugleich Arbeits- und Entscheidungsfähigkeit sicherzustellen, setzen Abstimmungen eine  Zweidrittelmehrheit voraus. Es zählen nur die abgegebenen Ja- und Nein-Stimmen.

 

4.5

Fördermitglieder können natürliche und juristische Personen sein. Sie unterstützen die Landesarmutskonferenz Berlin durch Verbreitung ihrer Anliegen und durch regelmäßige finanzielle Beiträge. Fördermitglieder erhalten Aufnahme in die Landesarmutskonferenz Berlin als Fördermitglied durch einen schriftlichen Antrag, in dem sie die Höhe ihrer monatlichen bzw. jährlichen Beiträge festlegen. Über die Aufnahme bestimmt der SprecherInnenrat.

Fördermitglieder werden zu den Mitgliederversammlungen eingeladen. Sie sind nicht stimmberechtigt und ihr Anteil wird bei erforderlichen Quoten z. B. zur Satzungsänderung nicht berücksichtigt. Fördermitglieder können nicht als (Fachgruppen-) SprecherInnen gewählt werden. Sie können ihre Fördermitgliedschaft auf ihrer Webpräsenz und anderen Materialien anzeigen, solange sie Fördermitglieder sind. Sie werden auf Wunsch auf der Webpräsenz der Landesarmutskonferenz Berlin aufgelistet.

 

4.6

Mit dem Gaststatus arbeiten in der Konferenz natürliche und juristische Personen und Gruppierungen beratend mit.

 

4.7

Die Einladung zur Mitgliederversammlung erfolgt mindesten 4 Wochen im Voraus in schriftlicher Form (Postweg, Fax, E-Mail) sowie per Ankündigung auf einem eigenen Internetportal. Die Landesarmutskonferenz Berlin ist mit den anwesenden Stimmen beschlussfähig. Satzungsänderungen können nur nach einmonatiger schriftlicher Ankündigung und mit Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen beschlossen werden.

 

5.

Die Landesarmutskonferenz wählt jeweils für zwei Jahre zwei natürliche Personen als vorsitzende Sprecher/-innen in den SprecherInnenrat.

 

5.1

Der SprecherInnenrat besteht aus den zwei in der Mitgliederversammlung gewählten Personen sowie den in den Fachgruppen gewählten SprecherInnen. Die zwei in der Mitgliederversammlung gewählten SprecherInnen haben im SprecherInnenrat den Vorsitz.

 

5.1.2

Die Fachgruppen tagen mehrmals jährlich. Jede Fachgruppe wählt eine/n SprecherIn bis auf Widerruf. Kann der/die SprecherIn die Fachgruppe nicht im SprecherInnenrat vertreten, benennt und entsendet die Fachgruppe eine/n VertreterIn. 

 

5.2

Der SprecherInnenrat vertritt die Landesarmutskonferenz Berlin nach außen und beschließt die Aufnahme oder den Ausschluss eines Mitglieds. Dieser Beschluss des SprecherInnenrates kann in der Mitgliederversammlung durch Abstimmung aufgehoben werden. Eine Abstimmung darüber muss von einem Mitglied beantragt werden.

 

5.3

Bei der Wahl zum SprecherInnenrat ist auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu achten.

 

5.4

An den Sitzungen des SprecherInnenrates können die Mitglieder der Landesarmutskonferenz Berlin teilnehmen.

 

5.5

Einladungen mit Tagesordnung und Protokolle werden in einem eigenem Internetportal für die Mitglieder zugänglich gemacht.

 

5.6

Zu den weiteren Aufgaben des SprecherInnenrates gehören: 

  • Vor- und Nachbereiten der Konferenz 
  • Zusammenfassen der Ergebnisse in den Fachgruppen 
  • Sicherstellen der Kommunikation und transparenten Information unter den Mitgliedern und Fachgruppen

 

6.

Die Konferenz wird vom SprecherInnenrat einberufen. Eine außerordentliche Konferenz muss einberufen werden, wenn mindestens ein Drittel der Mitglieder dies schriftlich beantragt.

 

7.

Mitglieder zahlen einen jährlichen Mindestbeitrag zur Deckung der laufenden Kosten in Höhe von 100 Euro. Aktivitäten werden im Einzelfall durch die Beteiligten finanziert (Umlageverfahren, Bürgschaften).  Auf Antrag kann der Jahresbeitrag auf jährlich 50 Euro reduziert werden. Über die Reduzierungsanträge beschließt der SprecherInnenrat. Die Fördermitglieder legen ihren monatlichen oder jährlichen Beitrag selbst fest, das Minimum beträgt 100 Euro pro Jahr.

 

8.

Der SprecherInnenrat beauftragt für den Zeitraum von jeweils 2 Jahren ein Mitglied der Landesarmutskonferenz mit der Mittelbewirtschaftung und der administrativen Unterstützung des Sprecherinnenrates.

 

9.

Mitgliederversammlungen und Fachgruppentreffen sind zu protokollieren. 


Downloads

Hier gibt es die aktuelle Geschäftsordnung zum Download als PDF:

Download
Geschäftsordnung der Landesarmutskonferenz Berlin
Stand: Januar 2013
Geschäftsordnung LAK Berlin.pdf
Adobe Acrobat Dokument 143.3 KB

Um ein PDF öffnen zu können, brauchen Sie die Software "Acrobat Reader" von Adobe. Sie ist weltweit verbreitet und kostenlos beim Hersteller zu bekommen:

www.adobe.com/de/products/reader.html

1 Gilt für Lieferungen in folgendes Land: Deutschland. Lieferzeiten für andere Länder und Informationen zur Berechnung des Liefertermins siehe hier: Liefer- und Zahlungsbedingungen