Die Durchführung des Formats


Stephan Lenz (CDU) 2016
Stephan Lenz (CDU) 2016

 

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es eine besondere Hausforderung für die Einrichtungen darstellt, Menschen zu überzeugen und zu begeistern, an den WIR KOMMEN WÄHLEN!-Veranstaltungen teilzunehmen. 

 

 

 

  • Daher ist es ratsam, einen Ort für die jeweilige Veranstaltung zu wählen, an dem sich von Armut betroffene Menschen – oder andere sogenannte Risikogruppen – im Alltag aufhalten, sich treffen oder beraten lassen. Andere Orte zu finden und dafür zu sorgen, dass viele Menschen das Angebot wahrnehmen, kann im Vergleich dazu sehr aufwendig sein. Bitte nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf, wenn Sie sich bezüglich der Ortswahl unsicher sind. Vielleicht gelingt es gemeinsam zu überlegen, wie es geschafft werden kann, möglichst viele potentielle Teilnehmer*innen anzusprechen.

 

  • Die Räumlichkeiten müssen nach unserer Erfahrung so beschaffen sein, dass ausreichend Tische und Stühle zur Verfügung stehen. Es ist vorgesehen, dass einzelne Gruppen gleichzeitig diskutieren. Insofern sollte der Raum groß genug sein, um dezentrale Gespräche zu ermöglichen.

 

  • Darüber hinaus sollen mit Hilfe unseres Plakates und des Faltblattes (ggf. in einem Format, Angaben hierzu folgen) auch andere Nutzer*innen von sozialen Diensten eingeladen werden. Einrichtungsübergreifende Kooperationen ermöglichen ebenfalls, eine breitere Teilnehmer*innengruppe anzusprechen. 

 

  • Die Verbindung mit der Möglichkeit der kostenlosen Teilnahme an warmen Getränken, Speisen oder Kuchen können darüber hinaus helfen, weitere Anreize für die Teilnahme zu schaffen. 

 

  • Gäste und/oder Klient*innen können durch die Einrichtung auf die Veranstaltung aktiv vorbereitet werden, damit die wichtigsten Themen bereits im Vorfeld angesprochen und/oder gemeinsam diskutiert werden. Vielen macht es Spaß und schafft eine zusätzliche Motivation, indem sie mit in die Planungen und Vorbereitungen dieser Veranstaltung von der jeweiligen Einrichtung einbezogen werden.

Die "klassische" Durchführung


  • Eine stringente Moderation „mit Blick auf die Uhr“ muss sichergestellt werden, denn Teilnehmer*innen und Politiker*innen verlieren die Länge ihrer Beiträge häufig aus den Augen. Die Moderation hat die Aufgabe, den Ablauf zu gewährleisten. Daher ist gut zu prüfen, wer die Moderation übernimmt. Mit Fingerspitzengefühl und ein bisschen Humor kann es darüber hinaus hilfreich sein, das Eis insbesondere zu Beginn der Veranstaltung zu brechen.

 

  • Zur Begrüßung bietet sich auch an, die Leitung der jeweiligen Einrichtung einzubeziehen. In diesem Sinne kann zu Beginn der WIR KOMMEN WÄHLEN!-Veranstaltung auch eine allgemeine (kurze) Vorstellungsrunde gut sein. Die Politiker*innen sagen etwas zu ihrer Person und äußern sich zu ihrer Motivation für die Teilnahme. Auch die Gäste können die Möglichkeit bekommen, sich (ggf. durch eine Vertretung) vorzustellen. Die Bereitschaft hierzu ist bereits im Vorfeld zu klären.

 

  • Wenn die Veranstaltung gut besucht sein wird, sollte es Diskussionsrunden an mehreren Tischen geben (je 4-8 Personen). Die Politiker*innen kommen für eine festgelegte Zeit hinzu. Die Moderation beendet die Gespräche an den jeweiligen Tischgruppen und ruft zum „Tischwechsel“ auf (jeweils nach ca. 20 bis 30 Minuten). Dieses Rotationsprinzip ermöglicht intensive Diskussionen und einen persönlichen Austausch. Auch erhalten die Gäste so besser die Möglichkeit, offener von sich und ihren Problemlagen zu sprechen. Größere Runden bleiben meist nicht frei von allgemeinen Absichtserklärungen. Bei kleineren WIR KOMMEN WÄHLEN!-Veranstaltungen empfiehlt sich ein Stuhlkreis. Selbstverständlich haben alle Veranstalter*innen die Möglichkeit, die Durchführung (und die Materialien) an ihre jeweilige Zielgruppe (z.B. Jugendliche und Jungwähler*innen) anzupassen.

Die Durchführung unter Corona-Bedingungen


Sollte es sich zeigen, dass das Ursprungsformat als Präsenzformat nicht durchgeführt werden kann, so ist jeweils vor Ort zu überlegen, welche Alternativen möglich sind. Diese können sein: 

 

  • eine Veranstaltung in den eigenen Räumlichkeiten mit einer stark reduzierten Personenanzahl an Teilnehmer*innen und Mitwirkenden (je nach Stand der Corona-Auflagebestimmungen), jedoch im Ursprungsformat.

 

  • Die Politiker*innen sind vor Ort, an den Tischen sitzen nur ausgewählte Teilnehmener*innen (vllt sind diese zuvor bestimmt oder gewählt worden, die Interessen der jeweiligen Einrichtung aus den unterschiedlichen Blickwinkeln zu vertreten). Fragen, Anregungen, Unmut etc. werden durch die Repräsentant*innen vorgetragen und mit den Politiker*innen diskutiert (ggf. live-Mitschnitt für andere möglich?)

 

  • Die Veranstaltung wird nach außen verlegt: Vielleicht findet sich in der Nähe eine Möglichkeiten (Innenhof, Sportplatz, Kirchenvorhof oder ähnliches), wo eine größere Anzahl an Menschen sicher miteinander ins Gespräch kommen kann? Haben Sie entsprechende Optionen? Lassen sich Kooperationen mit anderen Einrichtungen oder Initiativen ins Auge fassen, um ein verändertes „Frischluft-Format“ durchführen zu können? Was gilt es hierbei zu beachten (u. a. Stühle/Tische/Bänke, Strom für Mikrofon-Technik, Zugang zu Wasser, Waschräume etc.)?

 

  • eine Veranstaltung im Hybrid-Format: Die Politiker*innen werden per Videokonferenz zugeschaltet und beantworten die Fragen aus dem Publikum (ähnlich einer Podiumsdiskussion). Die technischen Voraussetzungen sind frühzeitig zu klären, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.  

 

  • Ist es ggf. sinnvoll, eine virtuelle Form unserer Initiative WIR KOMMEN WÄHLEN! zu finden? Wie kann diese in oder mit Ihrer Einrichtung konkret aussehen? Sollen alle Politiker*innen zur selben Zeit mit Ihnen und Ihren Teilnehmer*innen diskutieren? Oder wäre denkbar, mehrere Termine mit einzelnen Politiker*innen zu finden (z.B. MO-FR jeweils zu einer bestimmten Zeit oder fünf Montage in Folge etc.)? Die technischen Voraussetzungen müssen frühzeitig geklärt werden. Dabei ist auch daran zu denken, dass die Mitwirkung an einem Online-Format für potentiell Interessierte keine zusätzliche Hürde darstellt (Ausstattung mit Computern, WLAN-Zugang, Einwahl-Hilfen etc.). Dazu kommt die Herausforderung, dass ggf. parallel zu den Vorbereitungen auch hier Fragen, Anregungen und Probleme der Teilnehmer*innen aus Ihrer Einrichtung im Vorfeld zusammengetragen werden müssen/sollten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.